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2019-02-02

Gedichte von Wilhelmine Müller: Das Leben (2)





Das Leben

Arm und fad ist dieses Erden-Leben,
Was die Menge Größe nennt, wie klein!
Sich den Lüsten dieses Seyns ergeben,
Heißt das Edelste, den Geist entweihn.

Unter Lebensrosen zischt die Schlange
Bosheit-sie vergiftet unsre Zeit.
O! wie ist dem bessern Menschen bange,
Bey der Leidenschaften wildem Streit.

Hochmuth, Hass und Neid, die Eumeniden,
Herrschen hier-Uns hüllt des Irrthums Nacht!
Ach! uns ist kein dauernd Glück beschieden,
Bis der Tod uns ruft: Es ist vollbracht!

Nur das Grab vernichtet allen Kummer,
Nur die Ewigkeit gibt reine Luft,
O! umschloß auch mich bald ew'ger Schlummer,
Bärge bald ein Hügel diese Brust!

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