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2019-02-02

Gedichte von Wilhelmine Müller: In das Stammbuch eines Jünglings (4)





In das Stammbuch eines Jünglings

Heil dem Jüngling, der im Lenz des Lebens
Sich der Weisheit und dem Musen weiht!-
Diesen Schwestern dient man nicht vergebens,
Denn sie lohnen mit Unsterblichkeit.
Wohl Ihm, wenn er Thörinnen-und Affen,
Sklavinnen der niedern Sinnlichkeit,
Wie sein Herz und seine Liebe weiht-
Groß genug sein Glück sich selbst zu schaffen
Stark in Unglück wie in Fröhlichkeit!
Wenn der Liebe heiliges Versprechen,
Wenn sein Eid ihm ewig theuer ist,
Wenn er, um nicht Wort und Schwur zu brechen,
Lieder Ehre, Luft und Vortheil mißt;
Wenn Gefühl fürs Schöne in ihm lodert,
Wenn er gern bey großen Männern weilt,
Und, wenn Armuth seine Hülfe fordert,
Auch den letzten Groschen mit ihr theilt,-
Der ist der beneidenswerthen Ehre,
Mann und Freund zu seyn, vollkommen werth!
Der verdient-vernehmt es Mädchen-Chöre,
Daß ihr Ihn vor allen schätzt und ehrt!
Der kann auch bey allen Unglücks-Stürmen
Trifft Ihn selbst Verkennung , ruhig seyn.
Er hat Selbstwerth! Dieser wird Ihn schirmen
Wird Ihm Heiterkeit und Muth verleihn

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