> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Carl Bulcke: Der Jüngling (5)

2019-03-12

Gedichte von Carl Bulcke: Der Jüngling (5)





Der Jüngling.

Sie sagten mir, dort, wo die Wälder brausen,
Sollen tief in den Höhlen die Drachen hausen.
Ich habe die Wälder nur hier von weitem gesehn,
Weiß nicht, wie die Drachen im Kampfe stehn.

Sie sagten im Tale, das ich nicht kenne, 
Lodre ein Feuer steilauf und brenne,
Das bahne sich brünstig in alle Gassen 
Und würde auch mich und mein Schloß erfassen.
Ohne mich steht das Schloß allein.
Ich warte. Ich muß des Schlosses Hüter sein.

Sie sagten, die Frauen, die uns so huldvoll grüßen,
Trügen Krallen an Händen und Füßen,
Hätten keine unsterbliche Seele im Leibe,
Und ein Werwolf säße in jedem Weibe.
Ich sollte mich hüten, mein Herz zu vergeben. --
Mein Herz blieb immer noch mein im Leben.

Und sagten, eh' ich zählte bis drei,
Ständ' ich selber in Hader und Feldgeschrei,
Und sahen mich an und lachten dabei.

Der Frühling liegt mir im Blute. Ich habe die Götter geehrt.
Ich stehe erwartend, gestützt auf mein Schwert. 

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