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2019-03-17

Gedichte von Friedrich Adler: Glück (10)




Glück

Seit ich die Augen aufgeschlagen,
Hab' ich gelitten und entbehrt,
Ich sah ins Antlitz dem Entsagen
Und rang und kämpfte — ohne Schwert.

Allein wie viel mich Not getroffen,
Und ob's auch töricht mir erschien,
Es rief in mir: Noch sollst du hoffen,
Noch wird das Glück ins Herz dir ziehn.

Nicht dacht' ich, was es sollte bringen,
Ich fühlt' es schweben nur von fern,
Ein unbestimmtes Träumen, Klingen,
Ein Sehnen ohne Form und Kern.

Und all mein Streben und Verlangen
Ward sanft und still mit einemmal,
Das Herz gerüstet, zu empfangen
Des Friedens Licht, der Freude Strahl.

Und alles sah dem Glück entgegen,
Fort bannt' ich allen Wust und Dust,
Daß, wenn es kommt mit seinem Segen,
Es finde rein und frei die Brust;

Daß es zutiefst mich heilige, weihe
Und mild mir übergieße ganz
Der schweren Jahre dunkle Reihe
Mit seinem weichen Silberglanz.

Wohl hör' ich bang den Zweifel fragen,
Was mir der wirre Traum noch frommt —
Doch siegreich dringt durch alles Zagen
Der leise Ruf: Es kommt, es kommt!

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