> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Friedrich von Pechlin: Das tote Mädchen (1)

2019-03-23

Gedichte von Friedrich von Pechlin: Das tote Mädchen (1)





Das todte Mädchen

Da schlummern nun die eben achtzehn Jahre,
Ja Wangenroth in Geisterweiß zerflossen,
Die Brust, die süßen Züge übergossen
Noch mit dem Wellenspiel der Lockenhaare.

Der Unschuld Rosenblüthe auf der Bahre!
In´s schwarze Grab geschleift von schwarzen Rossen!
Die Thräne starrt im Auge der Genossen,
Der Trost verhallet, selber vom Altare.

O laß ihn, Priester, Still am Borne sprießen
Wo Tod und Leben in einander fließen,
Ein Einig-Ganzes, ohne scharfe Gränze:

An der lebend'gen Wasser Born, dem Bronnen
Wo wird des Lebens ew'ger Lenz gewonnen,
Wo die Cypressen grün wie Myrthenkränze.


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