> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Friedrich von Pechlin: Die Heimat (6)

2019-03-24

Gedichte von Friedrich von Pechlin: Die Heimat (6)



Die Heimath

Wann zu des Lebens schönen Feierstunden
Die stillen Frieden in die Brust uns hauchen,
Die liebsten Bilder ihren Weg gefunden,
So warst du sicher, Heimath, aufzutauchen.

Denn wo vergoldet Freude ihre Spuren,
Wo malt sie sich mit solchem Farbenschimmer
Wie auf dem Immergrün von deinen Fluren,
In Haus und Hof und älterlichem Zimmer?

Wie viel des Glückes offne Hand mag reichen,
Die wahre Schenkerin ist jedes Seele,
Nur dieser malt mit Farben die nicht bleichen:
Wie strahlten sonst noch so die Weihnachtssäle?

Und als du schiedst von deinen ersten Träumen,
Da weintest du wohl deine heißen Zähren?
Und ihr Gedenken wird nicht lange säumen
In solchen Stunden bei dir einzukehren.

Vor Einem aber musst du wohl dich hüten,
Dem Wiedersehn der theuren alten Plätze;
Denn eine Öde können sie nur biethen:
Die Zeit hob dort mit Wechsel deine Schätze.


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