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2019-03-24

Gedichte von Friedrich von Pechlin: Die Wehmut (8)




Die Wehmuth

Finster zürnend sprach er: dein Versprechen,
Dein so heiliges, du konntst es brechen,
Wie vertrau ich wieder deinem Schwur?
Ist der Glaube zwischen uns vernichtet,
Wie bleibt da die Hoffnung aufgerichtet?
Sag mir dieses, dieses Eine nur.

Stille Reue, stille, heiße Thränen,
Kein Versuch den Vorwurf abzulehnen,
Nein, nur dieses: ja, ich fehlte sehr.
Ach, es drückte schmerzlich mein Gewissen
Als mich neuer Leichtsinn hingerissen,
Und in diesem Augenblick, wie schwer!

Weinend scheidet eine theure Seele,
Und die Bürde einer einz`gen Fehle
Trägt die arme demuthsvoll, allein.
Wie sie so sich einsam von ihm wendet
Ist der Groll des Zürnenden geendet,
Tiefer Wehmuth nimmt die Stelle ein.

Zeugt vom Himmel etwas in Gemüthe,
Ist`s wenn diese stille Trauerblüthe
Unsern tiefsten Mitgefühl entsprießt
Keine Stürme, keine Wellen toben
Wo die milde Blüthe sich erhoben,
Wo die Wehmuth stille Thräne fließt.


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