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2019-03-19

Gedichte von Harro Harring: Mein Glaub und Hoffen (9)




Mein Glaub' und Hoffen

Ich glaub' an deutschen Männermuth,
Der, wenn es gilt, sich zeiget;
Ich glaub' an deutscher Freiheitsgluth,
Die tief der Brust entsteiget;
Ich glaub' an deutschen Sinn für' s Recht,
An deutsche Wahrheitsliebe;
Ich glaub' an Hermann's deutsch' Geschlecht,
Daß es die Tathkraft übe.-

Ich glaub' an deutsche Volkeskraft,
Ob sie zerstreut auch rastet,
Ob auf dem Volk, in Zwingherrschaft,
Das Joch der Knechtschaft lastet;
Ich glaube, daß des Deutschen Herz
Was noth ist wohl empfindet,
Daß sich mein Volk aus großem Schmerz
Zum großen Kampf verbindet.

Ich glaub' an deutsche Männermuth,
Der jeden Feind besieget.
Ich glaube, daß in deutschem Blut
Die Freiheit nicht erlieget;
Ich glaube, daß in uns' rer Zeit
Nur Eins uns kann erretten;
Drum sei nun auch die Kraft bereit,
Zum Hohn der Sklavenketten.

Ich glaube, daß das höchste Gut,
Ein freies Männerleben!
So heilig, daß wir unser Blut
Wohl gern zum Opfer geben;
Auf daß ein freies deutsch' Geschlecht
Das Vaterland bewohne,
Nicht unterjocht vom Fürstenknecht
Am schandbesteckten Throne!

Die Freiheit kann auf Erden nicht
Ohn' Opferblut gedeihen;
Die Wahlstatt und das Hochgericht
Beut Sühnungstod den Freien.-
Wer für des Volkes Freiheit fällt,
Und würd' er auch gehangen,
Der hat auf dieser Erdenwelt
Sein schönstes Loos empfangen.

Drum ob erschossen ob zerhau' n,
Ob prachtvoll hingerichtet;
Ich steh' mit männlichem Vertraun
Zu Kampf und Tod verpflichtet.
Weil ich des Volkes Noth erkannt,
Will ich als Deutscher sterben;
Der Deutsche muß ein Vaterland
Durch blut' gen Kampf erwerben.-

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