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2019-03-20

Gedichte von Harro Harring: Sehnsucht (12)




Sehnsucht

Auf dem Rheine

Es zieht mich hin, ich kann nicht widerstreben;
Sie bricht hervor, die lichte Flammengluth!
Ein Lenz nur blüht im kurzen Erdenleben,
Nur einmal wallt der Jugend leichtes Blut.
Es sieht mich fort, mit nie gefühlten Banden,
Zu jenem Thal, zu jenen Wonnelanden.

In tiefer Brust, da glühen heil'ge Flammen;
In Kühnheit hat der Muth sich aufgerafft;
Was ihm entgegen stürmt - es bricht zusammen.
Hindurch! hindurch mit wilder Jugendkraft!-
Will ja das Reinste nur im Sturm gewinnen-
Das eitel Nicht' ge flieht im Kampf von hinnen!

O du mein Heil-du meines Daseyns Wonne,
Entferntes Gut! dich lass' ich nimmermehr!
Gewitternacht umhüllt die Frühlingssonne:
Sie bricht hindurch und strahlet mild umher!
Ertobe, Lebenswog'! in wilden Stürmen:
Das Heil'ge werd' ich treu im Busen schirmen!

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