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2019-03-21

Gedichte von Johann Andreas Cramer: Noch immer wechseln ordentlich (9)





Noch immer wechseln ordentlich

Noch immer wechseln ordentlich
Des Jahres Zeiten ab.
Früh strömt und spät ergießet sich
Dein Seegen, Gott, herab.

Du öffnest deine milde Hand,
Jehova Zebaoht!
Du segnest, du erfüllst das Land
Mit deiner Güt', o Gott!

Dein Fuß tritt in den Wolken träuft
Von Fett, und Fruchtbarkeit;
Die Saat geht auf und blüht und reift
Und sättigt und erfreut.

Von dir gesegnet giebt der Baum,
Wenn einer Schatten sucht,
Ihm unter seiner Zweige Raum
Erfrischung und auch Frucht.

Wie fröhlich lächelt jeder Flur!
Es fließt sich immer gleich
Der Freude Quell und die Natur
Ist unerschöpflich reich.

Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt,
In tausend Bächen zu?
Wer ist so gut, so treu, so mild,
So väterlich, wie du?

Herr, ohne dich vergiengen wir,
Und wir verdientens uns auch;
Und dennoch leben wir in dir,
Beseelt durch deinen Hauch.

Nicht einer mangelt deiner Huld.
Wem strahlet nicht dein Licht?
Mit welcher Langmuth und Geduld
Verschonst du unser nicht!

Ach betet, Menschen, betet an!
Erwägts, und denket nun:
Was hat nicht Gott an uns gethan!

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