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2019-03-23

Gedichte von Johann Andreas Cramer: Wohl dir, wohl dir, der du das Gute (21)






Wohl dir, wohl dir, der du das Gute

Wohl dir, wohl dir, der du das Gute,
Weil Gott, dein Vater, heilig ist,
Mit Eifer thust, Mit frohem Muthe,
Rechtschaffen und unsträflich bist;
Der Heilige bemerke dich;
Dein Gott vergelt dir's öffentlich!

Den Vorsatz schon, des Wegs zu wallen,
Den er aus Liebe dir gebeut,
Belohnt sein gnädig Wohlgefallen,
Weil er sich deß gleich Vätern freut.
Die ihren schwachen Säuglings sehn
Zuerst versuchen, selbst zu gehn!

Wie wird nicht Eher den Schwachen stärken,
Und, wo der Tugend Flamm' entglüht,
Die Flamme nähren, und bemerken,
Was nicht der Menschen Auge sieht,
Und vor der Welt vergelten das,
Was stolz verkannt' und Neid vergaß!

Den stets zum Guten regen Willen,
Der, wo er nützen kann, nie ruht,
Bis er genützt hat, und im Stillen
Auch ungesehn, was recht ist, thut
Und seine Furcht noch Sorge hat,
Als die, daß er nicht mehr noch that!

Die ihm geweihten Tag' und Nächte,
Geduld und Festigkeit in Noth,
Und was der linken Hand die Rechte
Verheelet, o wie liebt das Gott,
Der sich der innern Heiligkeit
Mehr als des äußern Glanzes freut!

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