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2019-03-22

Gedichte von Johann Andreas Cramer: Unermeßlich, ewig ist (15)





Unermeßlich, ewig ist

Unermeßlich, ewig ist,
Gott, Jehova! Herr, du bist,
Wie du dich uns offenbarst,
Nun und ewig, der du warst.

Ewig dir allein nur gleich;
Weis' allein, und gnadenreich,
Ewig mächtig und voll Kraft
Und allein untadelhaft.

Alle Werke deiner Hand
Waren dir, o Gott, bekannt,
Eh die Welt auf dein Geheiß
Da stand, deiner Weisheit Preis.

Wie gegoßne Spiegel stehn
Deine Himmel; sie vergehn
Deine Himmel, und die Welt
Sinkt, wenn sie dein Arm nicht hält.

Du nur bleibest, wie du bist;
Was dein weiser Rath beschließt,
Ist unwandelbar, wie du,
Heilig stets, und gut, wie du.

Du bist nicht ein Menschenkind,
Daß du lügest; nicht gesinnt,
Wie der Mensch, der wandelbar,
Nimmer bleibet, was er war.

Was du zusagst, ist gewiß;
Zwischen Licht und Finsterniß
Tappt der Mensch hin, wählt, bereut
Plötzlich wieder, was in freut.

Ich will nicht auf Fleisch vertraun;
Denen, die auf dich nicht schaun,
Fehlet Weisheit und Verstand;
Brunnen graben sie im Sand.

Nein, Unwandelbarer, dein
Soll sich meine Seele freun!
Sey mein Fels, und sey mein Licht;
Ewig, meine Zuversicht!

Und, in allgemeine Nacht
Sinke dann mit seiner Pracht
Jeder Himmel, und die Welt
Stürze hin, wenn Gott mich hält.

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