> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Karl Henckell: Müde (71)

2019-03-04

Gedichte von Karl Henckell: Müde (71)





Müde

Soll ich es einmal sagen,
Wie tief ich trostlos bin?
Ich hab so viel verkündet
Vom Glück, das mir verbündet,
Ich darf es fast nicht wagen –
Soll ich es einmal sagen,
Wie tief ich trostlos bin?

Arm, der die Welt umschlossen,
Sinkst mir so schläfrig hin.
Die Früchte lass' ich fallen,
Der Mund zu träg zum Lallen,
Die Seele gähnt verdrossen –
Arm, der die Welt umschlossen,
Sinkst mir so schläfrig hin.

Nun treiben alle Tage
Gleichgültig ab und zu;
Wie trinkt mein Aug' noch Leben?
Wo fühl' ich's brausend beben?
Kaum dämmert dumpfe Sage –
Nun treiben alle Tage

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