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2019-03-07

Gedichte von Karl Henckell: Stiller Gruß (89)





Stiller Gruß

Es drängt die Welt zu schmutzigen Altären
Und geht vorbei, wo rein das Opfer flammt ...
Die Priester müssen sich vom Pöbel nähren.

Versteh und lächle! Sonst zu Qual verdammt,
Hoffst du umsonst, daß sie das Heilige spüre,
Das aus den unentweihten Höhen stammt.

Laß angelehnt der Hütte schmale Türe,
Wo deiner Liebe frommes Feuer brennt,
Doch warte nicht, daß es der Haufe schüre!

Des Pilgers denke, dessen Blick erkennt
Von fern am Rauch das Sanktum deiner Gabe –
Ihn führt sein Weg zum gleichen Element.

Er öffnet leise mit dem Wanderstabe
Das Pförtchen, klopft dir auf die Schulter sacht
Und spricht: »Ich bringe alles, was ich habe.
Hier ist mein Herz, dem Herzen dargebracht.«

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