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2019-03-10

Gedichte von Karl Henckell: Windmühle (111)





Windmühle

Jüngst, als ich von Bergeshöhen gefahren
In die flachen Lande nieder,
Eine Windmühle sah ich nach manchen Jahren
Zum ersten Male wieder.

Sie ragt' auf einem kleinen Hügel –
Wie lange sie mein Auge sah! –
Sie drehte langsam ihre Flügel
Und stand so philosophisch da.

Da dacht' ich des ewigen Don Quichotte
Und meiner phantastischen Nöte,
Da lacht' ich meiner mit spielendem Spotte
Und staunt' in die Abendröte.

Die Wolken glühten, und golden säumte
Sich ihr verlodernder Sonnenschild,
Windmühle drehte sich und träumte
Von einem meerblauen Saatgefild ...

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