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2019-03-27

Gedichte von Maria Stona: Der Eichenbaum (10)




Der Eichenbaum

Ich wollt', ich wär ein Eichenbaum,
Einer der Waldriesen,
Und wüchs auf weichem Hügelsaum
Über den schwellenden Wiesen.

Wie reckt' ich die Arme voll sprühender Lust,
Den blauen Himmel zu fangen,
Wie wehte mir durch die grüne Brust
Jubelndes Sonnenverlangen!

In stolzer Kraft, in siegender Macht
Streckt' ich mich breit voll Behagen
Und täte keine finstere Nacht
um Grauen und Schauer fragen.

Dem Wandrer, dem rauscht' ich leise zu,
Grüße winkt' ich ihm nieder
Und lockt' ihn zu dunkler, labender Ruh'
Und schenkt' ihm Träume und Lieder.

Doch küßte sich gar ein Liebespaar
Unter den nickenden Zweigen,
Ich hielte den Atem an-fürwahr,
Ich wüßte tapfer zu schweigen.

Am Herzen trüg' ich ein heiliges Bild,
Umkränzt von rosigen Blüten,
Das wollt' ich mit Griffen grimm und wild
Vor rauhen Buben hüten.

Und fühlte sich einst der Himmel bedroht
Von meinem ragenden Werben,
Käm sausend der Tod, mit Blitzen umloht,
Und brächt' mir ein leuchtendes Sterben

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