> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Maria Stona: Maria (23)

2019-03-29

Gedichte von Maria Stona: Maria (23)




Maria

Wir müssen zusammenkommen,
Und gält es dem blassen Tod!-
Maria rief es beklommen
Ins fahle Morgenrot.

Sie hatte auf weichen Kissen
Die schwerumhängte Nacht
Von Sehnsuchtsqual zerrissen
Um Rizio durchwacht.

Sie warf die seidenen Decken
Von sich und reckte sich lang:
-Was soll ich die Schönheit verstecken-
Sie macht mich weh und krank!

Du sollst meine Blumen genießen,
Sie sprießen, wohin ich seh,
Du sollst sie alle genießen,
Die Blumen, so weiß wie Schnee.

Und die roten wilden Korallen,
Meiner Lippen züngelnde Brut,
Sie wollen nur dir gefallen,
Nur dir entflammen das Blut.

Ich sah auf deinen Nacken
Flattern das schwarze Haar,
Nun will ich den Nacken dir packen
Mit meiner Finger Schar-

Die Zähne will ich pressen
Auf den rosigen Fleck hinterm Ohr
Und Himmel und Höllen vergessen
Und ich selber, du törichter Tor!

Deine dunkelfliegenden Locken
Soll' n ruhn an meinen Haupt,
Die mir mit ihrem Locken
Ruhe und Rast geraubt.

Du junger Knabe sollst gluten
An meinem purpurnen Mund,
Zergluten und verbluten,
Ich küsse dich in den Grund!

Wir müssen zusammenkommen,
Rief ich auch den Tod heran!--
Maria hat gesprochen
Und Rizio starb daran.

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