> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Adolf Strodtmann: Hindurch (5)

2019-04-28

Gedichte von Adolf Strodtmann: Hindurch (5)




Hindurch

Wie Noah aus der Arche Brettern
Inmitten Sintfluth, Sturm und Wettern
Ein Täubchen forschend ausgesandt-
Erst flog ist angstvoll auf und nieder,
Dann mit dem Ölblatt kam es wieder,
Und endlich schwang es sein Gefieder
Befreit durch morgenhelles Land:-

So lass auch ich aus stiller Klause
In dieser Zeiten dumpf Gebrause
Des Liebes weiße Taube fliehn.
Rings Wellenschlag und wilder Regen!-
Doch, Vöglein, keck der Nacht entgegen!
Du wirst, wenn sich die Stürme legen,
Dem Adler gleich, zur Sonne ziehn!

Hindurch, hindurch!… Oh Tag voll Trauer!
Du kehrst zurück mit bangem Schauer,
Dein reiner Fittig trieft von Blut.
Doch wieder fort, nicht sollst du zagen!
Glückauf, du kehrst- ich seh' dich tragen
Ein Friedensölblatt, mir zu sagen,

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