> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Adolf Strodtmann: In der Fremde (6)

2019-04-28

Gedichte von Adolf Strodtmann: In der Fremde (6)




In der Fremde

Sei gegrüßt aus weiter Ferne,
Land der Träume, deutsches Land!
Deine Wunden heilt' ich gerne,
Wiese zu der Freiheit Sterne
Kühn empor mit starker Hand.
Aber weh-aus deinen Hallen
Hör' ich klagend heut erschallen
Einer Trauerweise Ton:
„Meine Sterne sind gefallen,
Meine Göttin ist entflohn!“

Armes Land, zu deinen Gauen
Wandle grüßend mein Gesang!
Deinen Männern, deinen Frauen
Fühle ich sehnsuchtsvoll vertrauen
Dieser Lieder hellen Klang
Deine Leiden, deine Wunden
Hab'ich trauernd mitempfunden,
Doch des Balsams auch gedacht,
Der den Kranken macht gesunden
Der Betrübte fröhlich macht.

Deutsches Land! des Sängers Leben
Weilt bei dir, ob nah, ob fern.
Nichts als Lieder kann ich geben-
Doch ob jedem Liede schweben
Sieh der Liebe goldnen Stern!
Mag er tröstend dich geleiten
Auf dem uferlosen, weiten,
Stürmevollen Meer der Nacht,
Bis auch dir nach Kampf und Streiten

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