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2019-04-29

Gedichte von Adolf Strodtmann: Käthchen (7)




Käthchen

Ich zog in ferne Lande
Hinaus nach Lieb' und Glück;
Ich kam zum Heimatsstrande
Enttäuscht und arm zurück.
Mein Hoffen war entschwunden,
Mein Traum verweht im Wind-
Da hab' ich dich gefunden,
Du Balsam meiner Wunden,
Du Trost in trübe Stunden,
Du reines Engelskind!

Wohl hat auch dich mit Wüthen
Des Lebens Sturm umschnaubt,
Und manche deiner Blüthen
Ein jäher Frost geraubt.
Doch wusstest du zu hegen
Den Lenz in deiner Brust-
Und sieh, wie Maienregen
Quillt labend allerwegen
Von dir zu mir ein Segen
Von Lieb' rund Frühlingsluft!

Hab Dank für deine Güte,
Du sanftes Frauenbild!
Dein freundliches Gemüthe
Schaffst mich auch froh und mild.
Du wecktest Luft und Lieder
Aufs Reu' im Herzen mir;
Der Schwan der Dichtung wieder
Erhebt sein Glanzgefieder-
Und Lieb ' und Luft und Lieder,
Ach, Alles dank ich dir! 

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