> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Benjamin Neukirch: Auff ihre hände (8)

2019-04-17

Gedichte von Benjamin Neukirch: Auff ihre hände (8)



Auff ihre hände

So offt ich euch beschau/ ihr angenehmen hände/
So offtmahls fühl ich auch im hertzen neue brände/
Und saug/ ich weiß nicht was für süsse funcken ein.
Wie geht es aber zu? Ihr seyd von elffen-beine/
Die finger gleichen schnee und reinem marmel-steine/
Daß euer schnee zugleich kan glut und flammen speyn.
Jedoch was frag ich erst? Ich hab es ja empfunden/
Das feuer brennet noch in meinen tieffen wunden;
Wiewohl ich klag allhier euch meine wunden nicht.
Ihr habet recht gethan/ ich will es also haben/
Eur schnee/ der mich entzündt/ kan mich auch wieder laben/
Und giebt mir, sterb ich schon/ auch noch im tode licht.
Durch euch allein kan ich die gantze welt besiegen;
Dann kan sich manche gleich an ihrer brust vergnügen/
Hat Doris ihr gesicht mit kreid und kalck gebleicht/
Und Phillis einen mund/ den Venus selbst gepriesen/
So bin und bleib ich doch im hertzen überwiesen/

weiter

alle Gedichte von Neukirch

Goethe auf meiner Seite

Keine Kommentare: