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2019-04-04

Gedichte von Manfred Kyber: Königsmär (24)



Königsmär

Es sitzt das Königstöchterlein
wohl hinter grauen Wänden,
trägt Krone nicht und Edelstein
und Ketten an den Händen.
So tief der Turm, so hoch das Tor,
die Sonne kaum zu sehen.
Ein wilder Drache liegt davor,
lässt niemand nahn und gehen.
Da hört man weit durch Nacht und Wind
viel feine Flügel schlagen.
Nun höre gut, du Königskind,
was dir die Vögelein sagen:
Es kommt ein Königssohn daher,
er sagt, er lässt dich grüssen,
und zwingt mit blanker Ritterwehr
den Drachen sich zu Füssen.
Dann schenkt er dir ein Ringelein
und will dich etwas fragen.
Was will er wohl,
was mag das sein?
Nun hör, du Königstöchterlein,

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