> Gedichte und Zitate für alle: Adolph Donath: Tage und Nächte- Der Morgen (22)

2019-05-08

Adolph Donath: Tage und Nächte- Der Morgen (22)




Der Morgen

Lachend steigt der Morgen nieder,
Klingelt mit der Schellenkappe.
Gähnend streckt er seine Glieder-
Singt die wunderschönsten Lieder
Lustig in die Welt hinein.

Und er guckt durch Klostermauern.
Und die grauen Steine bluten,
Wenn die bleichen Nonnen trauern
Und auf groben Klötzen kauern
Weltvergessen, Toten gleich….

Guckt ins freundlich stille Stübchen,
Wo vier dunkle Augen glühen….
Und das Mädel küsst dem Bübchen
Augen, Stirn und Wangengrübchen,
Küsst den Schlaf von seinem Mund.

Und die dicksten Fenster krachen,
Wenn die schönsten Küsse fallen,
Und des Morgens lautes Lachen
Lässt die Rosen schnell erwachen.….

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