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2019-05-05

Adolph Donath: Tage und Nächte- Ein Liedchen (3)



Ein Liedchen

Detlef v. Liliencron zu eigen

Draußen auf den grünen Feldern
Spielten weiße Schmetterlinge.
Weiße, schwarze, gelbe, blaue,
Rotgefleckte Schmetterlinge.
Vöglein hüpfen auf den Ästen,
Piepten, zwitscherten und lachten.
Von den grünen Feldern tönte
Jugendfrischer Sichelklang.
Und die goldnen Sonnenstrahlen
Schielten schlau zu mir herüber.
Grüne Felder. Rote Jacken,
Kerngesunde rote Wangen,
Kerngesunde rote Lippen,
Schelmischfrische Mädchenaugen!
Und die Mädchen sangen leise,
Leise, leise… ganz verstohlen:

Kling, klang mit der Sichel
Im grünen Feld,
Mir und dem Liebsten
Gehört die Welt.

Klitsch, klatsch mit den Küsschen
Von Mund zu Mund
Die Seelen flüstern
zur Abendstund.

Patsch patsch mit dem Händchen,
In Manneshand,
Wir bauen uns traulich
Ein Häuschen im Land.--

Zitternd klangen diese Töne
Fort in meiner Wunden Seele,
Klangen, klangen und entflammten
Dürstendheißes Luftverlangen.

Und die goldnen Sonnenstrahlen
Schielten schlau zu mir herüber…
Und ich rannte zu dem Mädchen,
Nahm die erste beste mir.
Und ich tollte und ich küsste,
Küsste sie auf ihre Wangen,
Auf die kerngesunden Wangen
Auf dem runden roten Mund…..
Und die andern Mädchen lachten,
Ihre roten Jacken schienen
Immer röter mir zu werden,
Und das Liedchen hört ich singen,
Lauter immer lauter singen:

Kling klang mit der Sichel
Im grünen Feld,
Mir und dem Liebsten

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