> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Ludwig Halirsch: Die Nonne (4)

2020-10-21

Gedichte von Ludwig Halirsch: Die Nonne (4)

Gedichte



Die Nonne

„Horch, Alter! Horch, Alter! vom Kloster dort her,
Tönt Glockenton lang und bang und schwer!“

„Herr Ritter, ich kenne den Ton nur zu gut,
Es starrt mir davon in den Adern das Blut!“

 Horch, Alter, es ist ja bald Mitternacht,
Wer betet dort drüben denn noch und wacht?“

„Herr Ritter, dort drüben betet und macht,
Die ans Beten und Wachen schon lang nicht gedacht!“

„Schau, Alter, und siehst Du das Lämmchen nicht,
Das flimmert herüber, ein einsames Licht?“

„Herr Ritter, das Lämpchen erlischt nur zu bald,
Nun lasst mich- nun lasst mich, es ist so kalt!“

„Bleib, Alter! Bleib, Alter, ich lasse Dich nicht
Du sagest mir denn, was bedeutet das Licht? „

„So wisst denn, dort Oben beim Lampenschein
Da schaart man lebendiges Leben ein! „

„Und scharrt man lebendiges Leben ein,
So wird's wohl ein blutiger Mörder sein? „

Ach nein, s' ist eine schneeweiße Maid,
Der zerriss den Gürtel und befleckt ihr Kleid!“

„Bleib, Alter, bleib, Alter, und sprich noch das Wort,
Die Nonne, wie heißt sie? Wie heißt der Ort? „

„Die Nonne heißt (?) von (?)
St. Eustach wird das Kloster genannt!“

O Jesus, da hat es den Ritter gepackt,
Wie der Sturm uralte Eichen geknackt;

Er raste vorbei an dem Klosterhaus-
Zur Stunde Hirsch drüben das Lämpchen aus!

Keine Kommentare: