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2019-05-16

Gedichte von Udo Brachvogel: Mensch und Natur (16)



Mensch und Natur

Jagst Du nach Glück? Erjag der Welle Schaum,-
Indem Du ihn berührst, zerstiebet er.
Je schöner, desto flücht'ger ist Dein Traum,
Er welkt, und Arm,-arm bist Du wie vorher.

Ja, ärmer noch! Nur die Natur ist reich,
Die Lenz aus jedem Winter neue gebährt,
Und Millionen Wesen liebegleich
An ihren unversiegten Brüsten nährt:

Die Leben sich aus jedem Tod erzeugt,
Und darum nur so ewig glücklich ist,
Weil sie sich willenlos nach Regeln beugt,
Weil lebensvoll, doch seelenlos sie ist.

Die Seele ward des Menschen stolzer Theil;
Sie macht zum Gott, drum trag er auch die Qual:
Ob ihn an Felsen schmiedet Jovis Keil,-
Was thuts, wenn er ihm nur dem Blitz erst stahl!

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