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2019-05-28

Gedichte von Wilhelm Jensen: Die Jugend (10)



Die Jugend

Ihr macht den Anfang jetzt, wir schließen nun.
Reg' sein will Jugend und das Alter ruhn;
So lasst uns beide nach dem unsern thun.

Die Jugend hört nicht drauf, was Alter spricht.
Sie schelten drum, ständ' schlecht uns zu Gesicht;
Jung waren einst auch wir thaten's nicht.

Selbst steuern will die Jugend nach dem Ziel;
Nicht schrecken Sturm und Klippen ihr den Kiel;
So kräftig ist sie und sie weiß so viel.

Nur Eines nicht, dass sie erst spät erfährt:
Was ihr von dem, wonach sie heiß begehrt,
Wenn sie's errang, noch blieb begehrenswerth.

Nur weiß sie nicht, dass auch, was glanzverklärt
Der Tag an schönsten Stunden ihr gewährt.
Am Abend Keiner doch zurückbegehrt.

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