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2019-05-29

Gedichte von Wilhelm Jensen: Ein Gruß (15)




Ein Gruß

Es blaut der See, und Wald und Wiesen,
Sie ziehn vorbei im Sonnenglanz,
Darüber schaun die hohen Riesen
Herab im weißen Scheitelkranz;
Sie ragen aus den Wolkenbänken
Gleich halb aufdämmerndem Geschick-
Ich aber kein nur Eines denken:
Auf Allem hier lag auch dein Blick.

Die Welle spielte dir zu Füßen,
Der Wind umsummte dir die Stirn,
Vorüberschwand mit gleichem Grüßen
Dir Wald und Wiese, Fels und Firn,
Die Stadt wie weißer Blüthenflieder,
Der aus den dunklen Blättern schwillt-
Und Alles glänzte schöner wieder
Als deiner Augen Spiegelbild.

Doch damals war von hier ich ferne,
Und fern bis heute du von hier;
Es ziehen wechselnd unsre Sterne,
Doch bringen nimmer mich zu dir.
Allein, mit schauernd süßem Beben,
Umfängt mich hier der gleiche Raum,
Es blieb ihm nur von seinem Leben
Ein Strahl, ein Hauch, ein Duft, ein Traum.

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