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2019-05-30

Gedichte von Wilhelm Jensen: Herbst (20)


Herbst

Um Berg und Wald ein brauner Duft
Und doch die Weite klar und rein;
Ein golddurchwirkt Gezelt die Luft,
Ein Thaugeleucht von Blatt und Stein;
Hinüber fern ein Perlenglanz,
Zu Häupten rother Blätterkranz,
Der Fluss ein spiegelnder Krystall,
Ein Sonnenfunkeln allzumal.
Kein Laut umher, als silberhell
Vom Dorf der Glocke Mittagsschall,
Als eines Hundes fern Gebell,
Das leis verklingt, das fern verhallt.
Ein Häher, der von Wald zu Wald
Durch's Blau die bunten Flügel spannt;
Ein Fenster glüht wie Diamant,
Ein Grüßen geht von Strahl zu Strahl,
Ein Traum zieht über Flur und Feld,
Ein schweigend Märchen liegt die Welt-
Das ist der Herbst, der noch einmal
Die Schönheit, die der Tod erkor,
So leuchtend zeigt, wie nie zuvor.

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