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2019-05-31

Gedichte von Wilhelm Jensen: Meines Kindes Trauring (29)



Meines Kindes Trauring

Der Reif, der heut' Dir den Finger
Zum Lebensglück umspannt,
So wird er einst noch glänzen
An Deiner Todtenhand.

Dann kamen wohl Geschlechter,
Die neu der Welt er gab,
 Urenkel, von mir gekommen;
Ich Ruhe lang'im Grab.

Vergangen und vergessen;
Und säh' Ich ihr Angesicht,
Dass Kinder sie Deiner Kinder
Meine Augen wüssten es nicht.

Ich küsse heut' meinem Kinde
Beim Abschied die liebe Hand,
Und heimlich küsse den Reif ich,
Der einst noch die todte umspannt.

Ich möchte das Glück in ihn bannen-
Und die Lippe, die jetzt von ihm schied,
Sie grüßt auch die fernen Enkel
Der einst von der Hand ihn Dir zieht.

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