> Gedichte und Zitate für alle: Theodor Daeubler- Attische Sonette: Aphrodite (35)

2019-05-16

Theodor Daeubler- Attische Sonette: Aphrodite (35)






Aphrodite

Aus tausend Brüsten aufgeschäumten Meeres
Erperlt der Aphrodite seltnes Licht:
Sie schwebt am Mittag schattenlos im Licht,
Du sahst noch nie – gegeistert – ein so hehres

Gebild, das dir vom Weibe spricht: begehr es!
O Liebe, für und gegen dich in Pflicht,
Erfahr ich Milde, find ich mein Gericht?
Ich weiß von Ewigkeit: uns nun ein schweres

Geheimbewalten altershoher Ehen.
Aus ihnen kommt der Himmel zu uns her:
Den Frommen bloß gebührt ein Leib als Lehen;

Nach Schicksalssternen funkle dein Begehr!
Von Scham des Blutes laßt euch keusch beweben,

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