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2019-06-06

Gedichte von Albert Knapp: Die Mutter im Sarge (8)





Die Mutter im Sarge

Eingesargt zum letzten Schlummer,
Blass, im weißen Sterbekleid,
Ohne Schmerzen, ohne Kummer,
Seh ich dich mit stillem Leid;
Vielgetreue Mutter du!
Jetzo trägt man dich zur Ruh!
Schlumm're süß im kühlen Grunde,
Bis zur Auferstehungsstunde!

Auge, das mit Lieb' und Sehnen
Oft die Seinen angeblickt!
Segnend, mit vielen tausend Thränen,
Haben wir dich zugedrückt.
Nie auf dieser Erde mehr
Blickst du zärtlich auf uns her;
Doch zu Wiedersehens-Grüßen
Wirst du heller dich erschließen.

Hand, die treulich uns geleitet,
Die uns nichts, als Liebe gab,
Freud' und Trost um uns verbreitet,
Ruhe nun im stillen Grab!
Unermüdet war dein Fleiß,
Wenn die Todten auferstehen,
Wird in dir die Palme weben!

Edler Mund, zum Reinen, Großen,
Und zu Lieb' und mildem Wort
Freundlich, lieblich aufgeschlossen,-
Nimmer tönest du hinfort;
Tönt in unsern Herzen nach,
Bis nach langer Grabsstille
Hallelujah dir entquille.

Herz, das ohne Falsch geschlagen
Für den Gatten, für das Kind,
Das und sterbend noch getragen,
O wie ruhest du so lind!
Weinend, dankend rufen wir:
Ew'ger Segen folge dir!
Wenn die Grüße sich bewegen,
Schlage wieder uns entgegen!

Dann wird froh die Thräne fließen,
Wie sie jetzt in Trauer fließt;
Froh wird dich dein Kind begrüßen,
Das dich heut'in Thränen grüßt;
Dann, dann wird der schwere Stein,
Weg von deinem Grabe seyn,-
Christus war im Tod dein Leben,
Ewig darfst du vor Ihm schweben!

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