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2019-06-07

Gedichte von Albert Knapp: Klare Tiefe (17)





Klare Tiefe

Wie rollt es im Glanze des Abends dahin,
Das flüssige Silber, durch schattiges Grün!
Kein Steinchen entgeht mir auf ruhigem Grund,
Sanft spiegelt darin sich das himmlische Rund.

Wie lieblich, wenn also der Himmel verweilt
Im Schooße der Welle, die flüchtig enteilt!
Wie lieblich, so rein aus den ewigen Höh'n
Ein Licht in die Seele geflossen zu seh' n!

Die Spiele der Wellen genügen mir nicht;
Was tief bis zum Grunde crystallhell und licht,
Da weil ich, gelockt wie von Zaubergewalt;-
O spiegelt'es eine verklärte Gestalt!

Kein Wölkchen da droben im herrlichen Blau,
Nur Frieden auf herbstlicher, sonniger Au',
Hier perlende Wasser, kein Stäubchen darinn,-
Und ach- nur ein Seufzer im ruhigen Sinn!

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