> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Albert Knapp: Ruf durch die Mitternacht (23)

2019-06-08

Gedichte von Albert Knapp: Ruf durch die Mitternacht (23)




Ruf durch die Mitternacht

Bläset der Thürmer vom nächtlichen Thurm,
Wehet um ihn der herbstliche Sturm.-
Ist's doch, als würde Lebend'gen und Todten
Feierlich Auferstehung geboten!-

Aber sie hören's am sichern Ort;
Achtlos brausen's die Thäler fort.
Der Fluss nur zieht wachend in die Ferne;-
Obenher zittern einsame Sterne.

Nächtlich unendliche Schwermuth weht,
Nächtlich unendliches Grausen geht
Ueber die Welt; was dem Herrn nicht lebend,
Fühlet die Gräber schon offen, und bebet.

Nächtlich unendliche Herrlichkeit fährt
Hoch in den Lüften über die Erd';-
Ach wer im Strom der himmlischen Lüfte
Körperlos schon mit vorüberschiffte!

Nächtlich unendliche Liebe wacht,
Schaut aus den Höh'n in die Thäler der Nacht;
Selig, zu wem sie wenn Alles schweiget,
Glänzenden Auges herniedersteige!

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