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2019-06-09

Gedichte von Albert Knapp: Schneeflocken (24)





Schneeflocken

Verwehender Flaum, von den Lüften gewiegt!
Du Stäubchen des Wassers, crystallen gefügt;
Im Augenblick hell, wie der Taube Gewand,-
Im Augenblick trübe zerflossen im Sand.

Ich denke der Tage vom Anfang der Welt:
So schwebten sie nieder vom himmlischen Zelt,
So wiegten sie sich in den Lüften umher;-
Sie kamen und gingen, und glänzten nicht mehr.

Ich denke der Stunden; sie strömten heran,
Sie wirbelten eilig auf lustiger Bahn.-
Was that ich, was hielt ich so heilig und groß,
Das nicht gleich der Flocke die Zeit mir zerfloss?

Ich denke der Seelen; sie schwebten dahin
Im Kreise der Zeiten,-sie kommen, sie flieh'n.
Zerschmilz nur, mein Leben, doch walle zur Höh',
Zum Meere des Lebens, zur ewigen See!

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