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2019-06-10

Gedichte von Karl Heinzen: An die Nacht (1)





An die Nacht

Alles scheint wie abgeschieden
Zu dem Schlaf der stillen Nacht;
Doch den Kerker flieht der Frieden,
Doch der Liebe Sehnen wacht,
Doch der Sorge, bitt're Kummer,
Doch das Unglück scheucht den Schlummer:
Manches Leiden sinnt,
Manche Thräne rinnt,
Die keine Späher je an's Licht gebracht.

Schwarze Nacht, du deckst die Höhen
Und du deckst die Tiefen zu;
Lass das Unglück nicht vergehen,
Göttin der Erholung du,
Lass den Kummer Pause machen,
Lass den Schmerz nicht ewig wachen:
Denn der harte Tag
Nicht mehr freuen mag,
Gönne du, o Nacht, ihm doch die Ruh!

Deine Augen sind die Sterne,
Deine Leuchte ist der Mond,
Doch sie seh' n nur aus der Ferne
Diesen Ball, von Schmerz bewohnt.
Könnten sie mit Tageshelle
Schau' n in jede Schmerzenszelle,
Wüthen stürzen sie
 Auf die Lüge, die
Kalt in dieser Welt von Leiden thront.

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