> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Ignaz Heinrich v. Wessenberg: Die Trauer (19)

2019-07-11

Gedichte von Ignaz Heinrich v. Wessenberg: Die Trauer (19)





Die Trauer

Der Wiesenbach im Abendstrahl
Fluss trüber durch das Blüthental.
Die Wange bleich, das Auge nass,
Hier still ein Hirtenmädchen saß,
Zerpflückend, ach! den theurern Kranz,
Geflochten jüngst zum Brautfesttanz.
Vom Berg das Kirchlein trauernd schaut,
„Was tönt des Glöckchens schweigend fort
Sein Haupt umblühet im Abendglanz,
Von Thränen feucht; ein frischer Kranz.
Noch schön, doch nimmer lächelnd, ach!
Sieht sie sein Bild im Wiesenbach.
Jetzt schweigt des Glöckchens dumpfer Laut,
Da bricht das Herz der armen Braut.
Doch die am Grab noch trauernd steh'n,
Hinauf zween Engel schimmern seh'n.

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