> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Ignaz Heinrich v. Wessenberg: Der verblichene Freund (13)

2019-07-10

Gedichte von Ignaz Heinrich v. Wessenberg: Der verblichene Freund (13)





Der verblichene Freund

Sieh, Bruder! hier, die Stirne kalt,
Die Augen eingesunken,
Des Freundes schweigende Gestalt!…..
Dem Blick von Wonne trunken,
Sah er mit uns noch heute Nacht
Hinauf zur lichten Himmelspracht,
Wo Wolken glüh'n wie Funken.
„Wie schön winkt,“ rief er, sanft entzückt,
„Dort oben von den Sternen
Die Liebe, die hernieder blickt,
Aus unermess'nen Fernen!“
„Wir seh'n uns wieder!“ sagt er drauf,
Und blickte sehnsuchtsvoll hinauf.
Nun liegt hier, ach! die Stirne kalt,
Die Augen eingesunken,
Des Freundes schweigende Gestalt.
Wohl ist sein Geist dorthin entwallt,
Wo Welten glüh'n wie Funken.

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