> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Ignaz Heinrich v. Wessenberg: Die heitere Nacht (15)

2019-07-10

Gedichte von Ignaz Heinrich v. Wessenberg: Die heitere Nacht (15)





Die heitere Nacht

Welch magische Helle
Strahlt Frieden um mich!
Die Blum' an der Quelle
Still neiget sie sich.

Sanft blickt durch die Weiden
Der Mond auf den Teich,
Streift blass über Haiden
Auf Duft und Gesträuch.

Gestalten und Farben
Verschwinden umher;
Sie wechselten, starben;
Nicht kenn' ich sie mehr.

Vom Staube geläutert,
Fleugt aufwärts mein Geist,
Vom Lichtquell erheitert,
Der ewig dort fleußt.
Die Tugend

Unsäglich ernst und mild,
Der Gottheit schönstes Bild-
Wie winkt zu mütterlich
Uns Alle Sie zu sich!
Kaum haucht sie aus den Mund,
Thut er schon Allen kund:
Das nur auf ihrem Pfad
Der Mensch dem Himmel naht.

Es lockt ihr hold Gesicht
Zu Gold und Wollust nicht,
Nicht Sturm, noch Tod entreißt
Was uns ihr Blick verheißt.
Ha! Wer die Tugend sieht,
Und nicht von Lieb' erglüht,
Weh ihm! gesäugt hat ihn

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