> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Ludwig Rellstab: Der Mutter Grab (7)

2019-07-14

Gedichte von Ludwig Rellstab: Der Mutter Grab (7)




Der Mutter Grab

Und auf der Bahre lag sie bleich,
Verdeckt der Augen Glanz,
Gefalteten frommen die Hände weich,
Im Haar den Totendkranz.
Geschlossen ward der stumme Sarg,
Stumm blieb des Knaben Schmerz,
Der kalte Schoos der Erde barg
Das kalte Mutterherz!

Was weißt Du auf der Schwelle hier,
Du blonder Knabe Du?
Hier beut sich keine Stätte Dir
Zu stiller Schmerzensruh'.
Geh' hin zu Deiner Mutter Haus,
Verschwiegen, still und kühl,
Da weine Deine Schmerzen aus
Und ruh' auf grünem Pfühl!

Die Trauerweide flüstert leis,
Hat Thränen Deinem Schmerz.
Sanft leuchtend zieht der Sterne Kreis
Dein Auge himmelwärts.
Es führet Deiner Tage Lauf
Ihr wunderbares Licht,
Zu ihnen blicke hoffend auf,

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