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2019-07-14

Gedichte von Ludwig Rellstab: An Mozart (3)




An Mozart

Wie keinem unter allen Erdensöhnen,
So wurde Dir der Muse höchste Gunst!
Sie schuf die Seele Dir aus Himmelstönen,
Erfüllte Dir das Herz mit heil'ger Brunst.
Was ewig sich geschiedene, zu versöhnen,
Das gab sie Deiner zaubervollen Kunst.
Und wie die Rose blüht am Abgrunds Rande,
Vereinst Du Graun und Lust im holden Bande.

Gerüttelt hast Du an der Hölle Pforten,
Geöffnet uns des Himmels selig Reich;
In Thränen lauschen Engel Deinen Worten,
Dämonen bannst Du wuth-und schreckenbleich.
Im weiten Weltkreis herrschst Du aller Orten
Ein Gott, allgegenwärtig, allzugleich,
Und weckst die Wunder aller Höhn und Tiefen,
Die im verborgnen Dunkel träumend schliefen.

Und wie Du tief in Herz und Welt gedrungen,
So weit sie sich erbaun aus Klang und Licht,
Hast Du mit heil'gen Banden sie umschlungen,
Die keine Macht der Zeiten lösend bricht.
So hast Du die Unsterblichkeit errungen,
Geschaut hast Du des Ew'gen Angesicht;
Erleuchtet selbst von reiner Himmelsklarheit,
Wardst Du geweiht zur Ewigkeit und Wahrheit.

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