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2019-07-17

Gedichte von Ludwig Rellstab: Wie uns die Monden führen (28)




Wie uns die Monden führen

Wie uns die Monden führen
Das lange Jahr vorbei,
Erfreuen wird und rühren
Die Brust gar Mancherlei.

Es hüllt sich Jahresmorgen
In Nebel ein und Schnee,
Da wird von trüben Sorgen
Das Herz uns bang und weh.

Doch milde Sonne lächelt
Durch fliehnder Nebel Grau,
Ein Lüftchen weht und fächelt,
Der Äther schimmert blau.

Und wie die Knospen schwellen,
Verjüngt sich unsre Brust;
Sie hebt in süßen Wellen
Der Hoffnung und der Lust.

Und immer reicher quillet
Des Jahres goldnes Horn,
Und immer höher schwillet
Der Spenden reicher Born.

Wir sehn mit Blütenkränzen
Den jungen Mai geschmückt,
Der vollen Früchte Glänzen
Auf Sommers Haupt gedrückt.

An edlen Weines Gluten
Erquicket sich das Herz,
Senkt in die PurPurfluten
Jedweden Gram und Schmerz.

Allein von allen Gaben
Aus Jahres milde Hand
Die köstlichste, wir haben
Sie scheu noch nicht genannt.

Doch jedem Preußensohne
Tönt es aus tiefster Brust:
In goldner Strahlenkrone
Gebar sie der August.

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