> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Oskar Wöhrle: Im Lazarett (4)

2019-07-13

Gedichte von Oskar Wöhrle: Im Lazarett (4)




Im Lazarett

Hier liegen still im eingesunknen Kissen.
Mein Aug sieht nichts als nackte, graue Wände,
Und dann und wann, vom Winterlicht umrissen,
Die bleichen Linien meiner Totenhände.

Die Schar der Schwestern lauert dienstbeflissen.
Der Arzt hebt grinsend seine Instrumente.
Ich fühle deutlich:?? kommt das Ende!
O fürchterlich, mich so allein zu wissen!

O läg ich doch auf nassem Schlachtenboden,
Umrarrt,umknarrt,umstarrt von Mordgeselle,
Um mich herum die stumme Schar der Tod!

Was schierte mich das Wutgeschrei der Schrapnelle?
Viel leichter stürb sich's dort, die Brust vom Blei zerschroten,
Als hier in dieses Zimmers fürchterliche Helle.

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