> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Oskar Wöhrle: Marschgedanken (5)

2019-07-13

Gedichte von Oskar Wöhrle: Marschgedanken (5)




Marschgedanken

Als ich ausgesprochen:
Schatz, jetzt muss ich gehn,
Wusst ich bei mir selber,
's gibt kein Wiedersehn.
Denn ich sah,
ich war dir
Nur ein Wandergast,
Den du schnell verrungen
Und vergessen hast.

Sieh, dein Tag geht weiter,
Und mein Bild verweht,
Aber über deinem
Hell ein Sternlein steht.
Liebe soll es heißen,
Ewig soll's bestehn,
Soll sich treu erweisen,
Soll nie untergehn!

Naht der Sommer wieder,
Rosen stehn im Brand,
Sie, da kommt dein Liebster,
Gibt dir froh die Hand.
Und die Bäume rauschen,
Wolken treiben schwer.
Aber alle bringen
Tausend gute Wünsche her.

Weißt du, wer sie schicket,
Wer sie zu dir drängt,
Und selbst in der Fremde
Dir sein Inn'res schenkst?
Fremd auf fremder Erde
Wandert er allein.
Du wirst glücklich werden,
Er muss einsam sein!

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