> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Theobald Nöthig: Das Unglück (12)

2019-07-19

Gedichte von Theobald Nöthig: Das Unglück (12)





Das Unglück

In dunkler Nacht, wann weder Mond noch Sterne
Mild leuchtend sich zur müden Erde neigen
Nur Wolken ihre schwarzen Häupter zeigen
Und uns verschleiern jene lichte Ferne,

Wann wilder Sturm den Erdball fast im Kerne
Erschüttern will in fessellosem Reigen,
Schickt sich das Unglück an, hinabzusteigen
Zur Menschheit, dass sie wieder beten lerne.

Die strenge Hand fest auf dem scharfen Eisen
Pflügt er das Land und Herzen sind die Schollen,
Die sich zusammenschieben an den Gleisen.

Drauf streut es Samen aus dem Schurz, dem vollen,
Und Krankheit, Treubruch, Fluch und Elend weisen
Die Stätten uns, wo er hervorgequollen.

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