> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Theobald Nöthig: Den Prüden (13)

2019-07-19

Gedichte von Theobald Nöthig: Den Prüden (13)





Den Prüden

Ihr tadelt meinen Geist,
Dass er durch Glut berauscht
Den Schleier oft zerreißt
Und Schönheit keck belauscht.

Ihr scheltet, dass mein Ton
Zu grelle Farben strahlt,
Und lieber roten Mohn
Als bleiche Lilien malt.

Wenn mir nach der Natur
Gelang ein Pinselstrich,
Rümpft ihr das Näschen nur
Und nennt „zu sinnlich“ mich.

Ich freue mich darob,
Denn euer Tadel klingt
Mir wie das höchste Lob,
Das mir ein Kenner singt.

Ihr Meisterziel erfüllt
Die Schönheit doch nur dann,
Wenn sie sich unverhüllt

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