> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Theobald Nöthig: Im Mondlicht (21)

2019-07-20

Gedichte von Theobald Nöthig: Im Mondlicht (21)





Im Mondlicht

Vom Traumgott leicht bezwungen,
Hielst du, als süße Last
Von meinem Arm umschlungen,
An meiner Schulter Rast.

Dir färbte Mund und Wangen
Der Kuss des Mondes bleich,
Als wärst du heimgegangen
Zum dunklen Schattenreich.

Entschlafen schien für immer
Dein müder Leib zu sein;
So lag im stillen Zimmer
Jairi Töchterlein.

Kein Hauch, kein leichtes Nicken
Verriet noch Lebensspur,
Ich hörte dumpf nur ticken
Im Holz der Totenuhr.

Mein Puls fing an zu stocken
Vor diesem grausen Trug,
Ich lauschte tief erschrocken
Auf deinen Atemzug.

Auf deine Stirn hernieder
Mir eine Zähre rann,
Da hubst du deine Lider

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