> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Theobald Nöthig: Juninacht (24)

2019-07-21

Gedichte von Theobald Nöthig: Juninacht (24)





Juninacht

Sterne kündigen die Nacht-
Glänzend wie Schwanengefieder
Senkt sie zur Erde sich nieder.
Liebchen, hab nun Acht!

Rings wie Nebel empor
Heben sich Zaubergestalten.
Nymphen jetzt Zwiegespräch halten,
Zärtlich seufzend im Rohr.

Oberon ruft zum Tanz;
Elfen umfangen sich lüstern.
Horch, in den Zweigen das Flüstern.
Sieh, im Grase den Glanz!

Mohn blüht feurig im Korn,
Wo sie im Reigen sich drehen.
Schleier, wie Spinngeweb, wehen
Früh an Distel und Dorn.

Tauiger Hauch küsst wach
Blühende Rosen und Reben,
Lässt ihren Wohlgeruch schweben
Bräutlich dir ins Gemach.

Küsse, küsse auch mich!
Liebchen es bangt meine Seele,
Das mir der Geisterfürst stehle,
Als Titania, dich. 

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