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2019-07-22

Gedichte von Theobald Nöthig: Winterbild (36)





Winterbild

Mit Schnee verweht sind Pfad und Gleise,
Die Bäume starren eisbedeckt,
Kein Windhauch, keine frohe Weise
Den Wald aus tiefem Schlummer weckt.

Still ist es, nur ein seltsam Tönen
Scheucht jäh vom Lager auf das Reh:
Vier Wagenräder mühsam stöhnen

Mit schwerer Last durch harten Schnee.

Ein Lindenstamm ruht auf dem Karren-
Ich weiß, wo man den Alten schlug.
Mich mahnt der Räder schrilles Knarren
An Grabgesang und Leichenzug.

Der Baum war Zeuge als vor Jahren
Ein glücklich Paar sich Treue schwur,
So wie man ihn hinausgefahren,
Zum Friedhof man mein Liebstes fuhr.

Ende

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