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2019-07-02

Gedichte von Theodor Drobisch: Musik (13)




Musik

Musik! Musik! du Sprache jener Sphären
Du Friedensbote einer bessern Welt;
Trostspenderin, wenn hier auf dieser Erde
Der Trübsinn uns in seinen Fesseln hält.
Wie schön und groß zu dienen dir in Stunden,
Wo man dein Wesen inniger empfunden;
Wo auferwacht das Große und das Schöne,
Belebt allein nur von dem Hauch der Töne.

Man sagt: der Schöpfung Schlußstein sei gewesen
Das Weib mit seinem göttlichen Beruf;
Oh nein! oh nein! es ist der Ton gewesen,
Den Gott der Herr als letztes Werk erschuf.
Musik, Musik, die uns schon hier auf Erden
Des Himmels Offenbarung hat geboten,
Ja, sie entstand allein nur aus dem Hauch
Als Gott belauscht des Weibes ersten Oden.

Wohl dem, der nur in seinen Mußestunden
Sich flüchtet in das Reich der Harmonie;
Doch, wo Musik Beruf wird, dass nach dem Brode
Die Kunst muss gehen, und die Poesie
Zur Prosa wird hier auf dem Lebensgange,
Der schleicht in's Eden sich die gift'ge Schlange,
Der schwindet hin der Zauber ihrer Größe
Und zeigt die Kunst in ihrer tiefsten Blöße.

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